do ÂściÂągnięcia | pobieranie | ebook | download | pdf

[ Pobierz całość w formacie PDF ]

Das stark vergrößerte Abbild des Sternenhimmels wirkte verwischt und ein wenig ver-
zerrt. Die optischen Schaltkreise waren nicht in der Lage, so hohe Geschwindigkeiten per-
fekt auszugleichen. Etwa im Mittelpunkt brannte Beta Virginis, umgeben von Diamanten,
Amethysten, Rubinen, Smaragden  einem wahren Fafnir-Hort. Und da war die kleine
Trübung ganz am Rande der Wahrnehmung  ein zarter Schleier nur, aber das genügte, um
das Schiff und fünfzig Menschenleben auszulöschen.
Schritte klangen auf, Rufe, ängstliche Fragen. Telander richtete sich auf. »Ich gehe jetzt
besser«, sagte er tonlos. »Ich muß mir Boris Fedoroffs Meinung anhören, bevor ich mit den
anderen spreche.« Ingrid Lindgren trat neben ihn. »Nein, Sie bleiben auf der Brücke.«
»Weshalb?« Man spürte die Nervosität hinter ihrer Frage. »Dienstvorschrift?«
Er nickte. »Ja. Sie sind noch nicht abgelöst worden.« Ein schwaches Lächeln huschte über
seine Züge. »Vorschriften sind im Moment das einzige, woran wir uns klammern können
 falls wir nicht an Gott glauben.«
Die Wandgemälde im Turnsaal, der zugleich als Versammlungsraum diente, hatten im
Moment nicht mehr Bedeutung als die Basketballkörbe und die bunte Freizeitkleidung der
Menschen. Alles stand. Man hatte sich nicht die Zeit genommen, Klappstühle herbeizu-
schaffen. Die Blicke wandten sich Telander zu, als er das Podium betrat. Es herrschte völli-
ges Schweigen. Nur das Schiff murmelte und vibrierte.
Telander legte beide Hände auf das Rednerpult. »Meine Damen und Herren«, sagte er in
die Stille. »Ich habe schlechte Nachrichten.« Hastig fügte er hinzu: »Lassen Sie mich gleich
zu Beginn sagen, daß die Lage nicht hoffnungslos ist. Es bestehen Überlebenschancen.
Aber wir befinden uns in ernsten Schwierigkeiten. Das Risiko war uns von Anfang an be-
kannt, doch wir wußten auch, daß es noch kein Mittel dagegen gibt. Der Bussard-Antrieb ist
noch nicht ausgereift genug ...«
»Kommen Sie zur Sache, verdammt nochmal!« rief Norbert Williams.
»Ruhe!« fuhr Reymont ihn an. Im Gegensatz zu den meisten anderen, die sich ängstlich
zusammendrängten, stand er ein wenig abseits. Er hatte sich ein Rangabzeichen an den
grauen Coverall geheftet.
»Sie haben mir gar nichts ...« Jemand hatte Williams wohl angestoßen, denn er ver-
schluckte den Rest des Satzes.
Kapitän Telanders Züge wirkten angespannt. »Die Instrumente haben ein  Hindernis
aufgezeigt. Einen kleinen Nebel, eine Wolke aus Staub oder Gas. Der Durchmesser beträgt
nur ein paar Milliarden Kilometer. Das Ding bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit auf
uns zu. Vielleicht handelt es sich um den losgerissenen Ausläufer einer Supernova, der
noch durch hydromagnetische Kräfte zusammengehalten wird. Oder vielleicht ist es ein
Protostern. Ich weiß es nicht.
Tatsache ist, daß wir ihm nicht ausweichen können. Der Zusammenstoß erfolgt in etwa
vierundzwanzig Stunden. Was dann geschieht, weiß ich ebenfalls nicht. Wenn wir Glück
haben, überstehen wir den Aufprall ohne größeren Schaden. Andererseits  wenn die Fel-
der so überlastet werden, daß sie uns nicht mehr schützen  nun, wir waren uns von An-
fang an darüber im klaren, daß so eine Reise ihre Gefahren birgt.«
Die meisten Zuhörer waren blaß geworden. Einige murmelten vor sich hin, andere be-
kreuzigten sich. Er fuhr fort: »Wir können kaum Vorbereitungen treffen. Ein paar Rumpf-
versteifungen vielleicht, aber das ist alles. Wenn der Augenblick kommt, legen wir Druck-
anzüge und Sicherheitsgurte an.« Er machte eine Pause. »Irgendwelche Fragen?« Williams'
Arm stach in die Luft. »Ja?«
»Kapitän Telander! Die unbemannte Sonde, die den Weg vor uns zurücklegte, zeichnete
den Nebel nicht auf. Habe ich recht? Wer ist also dafür verantwortlich, daß wir in diese
mißliche Lage geraten?« Die Miene des Chemikers verriet eher Empörung als Angst.
Erregte Stimmen wurden laut. »Ruhe!« befahl Charles Reymont. Obwohl er leise sprach,
klang es wie ein Peitschenhieb. Einige wütende Blicke streiften ihn, aber die Menge
schwieg.
»Ich dachte, das hätte ich erklärt«, entgegnete Telander. »Ein nichtleuchtendes, nach
kosmischen Maßstäben winziges Nebelfeld kann auf größere Entfernung nicht entdeckt
werden. Zudem besitzt es eine hohe Geschwindigkeit. Als die Sonde vor fünfzig Jahren hier
vorüberkam, befand es sich vermutlich noch weit weg. Zudem können wir mit Sicherheit
annehmen, daß die Sonde nicht genau den gleichen Weg zurücklegte wie die Leonora Chri-
stine. Bedenken Sie die Entfernung, die zwischen Sol und Beta Virginis liegt! Zweiund-
dreißig Lichtjahre sind mehr, als sich unsere armseligen Gehirne vorstellen können. Die
kleinste Bahnänderung führt zu astronomischen Abweichungen.«
»Niemand konnte diese Situation vorhersehen«, warf Reymont ein. »Die Chancen standen
äußerst günstig für uns. Aber manchmal hat man eben Pech.«
Telander versteifte sich. »Hatten Sie sich zu Wort gemeldet, Constable?«
Reymont errötete. »Käpten, ich versuche die Diskussion nur zu beschleunigen. Diese
Schafsköpfe ereifern sich so lange über Selbstverständlichkeiten, bis es zu spät für irgend-
welche Vorbereitungen ist.«
»Keine Beleidigungen, Constable! Und das nächstemal warten Sie, bis ich Ihnen die Er-
laubnis zum Sprechen erteile.«
»Jawohl, Kapitän! Entschuldigen Sie!« Reymont verschränkte die Arme und sah aus-
druckslos vor sich hin.
Telander wählte seine Worte mit Bedacht. »Scheuen Sie sich bitte nicht, auch scheinbar
selbstverständliche Dinge zu fragen! Sie alle kennen die Grundsätze der interstellaren
Astronautik. Aber als Raumexperte weiß ich, wie schwer es dem Laien fällt, sich diese
Theorien zu merken. Ich möchte, daß jeder von Ihnen versteht, was uns erwartet... Ja, bitte,
Dr. Glassgold?«
Die Molekularbiologin sagte schüchtern: »Nebel wie dieser hier fallen auf der Erde unter
die Rubrik >hartes Vakuum
digkeit. Soviel ich weiß, haben wir zur Zeit ein umgekehrtes Tau von der Größe fünfzehn.
Das bedeutet eine enorme Masse. Wie sollte uns da eine winzige Wolke aus Gas und Staub
aufhalten?«
»Ein guter Einwand«, erwiderte Telander. »Wenn wir Glück haben, durchqueren wir den
Nebel ohne große Behinderung. Aber Sie dürfen nicht vergessen, daß sich die Gas- und
Staubpartikel mit hoher Geschwindigkeit auf uns zubewegen und deshalb ebenfalls eine
beträchtliche Masse besitzen.
Damit müssen die Kraftfelder fertig werden. Und noch ein Faktor kommt hinzu. Der Zu-
sammenprall wird sich sehr rasch abspielen. Was die Felder in, sagen wir, einer Stunde
schaffen, gelingt ihnen vielleicht nicht in einer Minute. Hoffen wir, daß es klappt und daß
die Materiekomponenten des Schiffes die Belastung aushallen.
Ich habe mit unserem Ersten Ingenieur gesprochen. Fedoroff ist der Meinung, daß sich der
Schaden in Grenzen halten wird. Natürlich kann er nichts mit Sicherheit vorhersagen. In
einem Pionierzeitalter lernt man vor allem durch die Erfahrung. Mister Iwamoto?«
»Ich nehme an, wir haben keine Möglichkeit, dem Hindernis auszuweichen? Ein Tag
Schiffszeit entspricht ungefähr zwei Wochen im Kosmos, nicht? Wenn wir nun einen Bo-
gen um den Nebel schlagen ...?«
»Das ist leider unmöglich. Die Beschleunigung in unserem Bezugssystem beträgt etwa
drei g. Vom Universum aus betrachtet bleibt dieser Wert jedoch nicht konstant, sondern
nimmt stetig ab. Wir können den eingeschlagenen Kurs einfach nicht rasch genug verlassen.
Zudem erfordert jede Änderung des Flugplans umfangreiche Vorbereitungen. Die Zeit ha-
ben wir nicht. Was gibt es, Mister M´Botu?«
Je länger sich die Diskussion hinzog, desto mehr verdüsterte sich Reymonts Miene. Und
als der Kapitän die Versammlung schließlich für beendet erklärte, kehrte er nicht zu Chi-
Yuen zurück. Er schob sich beinahe brutal durch die Menge und berührte Telander am Är-
mel.
»Ich habe etwas mit Ihnen zu besprechen, Sir«, sagte er. »Unter vier Augen.«
Telander entgegnete frostig: »Constable, jetzt ist wirklich nicht der rechte Moment für
Geheimniskrämerei.« [ Pobierz caÅ‚ość w formacie PDF ]

  • zanotowane.pl
  • doc.pisz.pl
  • pdf.pisz.pl
  • nutkasmaku.keep.pl